Córdoba/Salta/Jujuy, Argentinien vom 8. Nov. bis 30. November 2010

 

Nach einer langen Busfahrt von ca. 20 Stunden, erreichten wir die Universitätsstadt Córdoba. Dort quartierten wir uns in dem sehr relaxten und etwas anderen Hostel, ‚Pewman Che Hostal’, ein. Wir hatten eine sehr gute Zeit dort. Córdoba ist mit 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrösste Stadt Argentiniens ist aber trotz der Grösse sehr überschaubar und das Zentrum kann man gut zu Fuss erkunden. Nach vier Tagen in der City, machten wir einen Abstecher nach Mina Clavero ins Hinterland von Córdoba um ein bisschen die Natur zu geniessen und um zu relaxen. Dort machten wir auch noch einen Trip zu Ross zu einem kleinen Wasserfall. Leider war der Reitausflug nicht sehr speziell und überhaupt nicht professionell. Tinu bekam, obwohl wir gesagt hatten, dass er keine Erfahrung habe mit Pferden, ein wildes Pferd, welches machte was es wollte. Als das Pferd mit Tinu in einen Baum lief, platzte Tinu der Kragen und fluchte lauthals herum. Dann endlich merkte der Guide, dass es vielleicht angebracht wäre die Pferde zu tauschen. Nach dem Tauschen ging alles viel besser und wir konnten sogar galoppieren.

Ein Tag nach dem Reitausflug, hatten wir ordentlich Muskelkater und der ganze Körper schmerzte. Vor allem Tinu hat fürs erste genug vom Reiten…

Zurück in Córdoba, kümmerten wir uns um die Weiterreise und kauften zwei Bustickets nach Salta. Wir fuhren über Nacht und die Fahrt dauerte nur ca. 12 Stunden. (In Argentinien bedeutet 12 Stunden Busfahrt dass das Ziel nur ein Katzensprung entfernt ist.) In Salta bezogen wir eine etwas eigenartige Unterkunft, die auch nicht die sauberste war. Wir bekamen den Dorm, den sie aber in ein Doppelzimmer umfunktioniert hatten. Salta liegt im Nordwesten Argentiniens und ist bekannt für seine Bauten aus der Kolonialzeit und ihrer Partymeile. Auch hier kann man das sehr schöne Zentrum gut zu Fuss besichtigen und zwischendurch in einem der zahlreichen Cafes entspannen und Leute beobachten.

Mit einer Seilbahn made in Switzerland fuhren wir auf den Hausberg von Salta, den Cerro San Bernardo, von welchem man eine herrliche Sicht auf Salta hatte. Unser nächstes Ziel war San Salvador de Jujuy oder auch kurz Jujuy genannt. Dort bezogen wir eine wunderschöne Unterkunft etwas ausserhalb der Stadt. Die Unterkunft ist sehr familiär und klein mit nur vier Zimmern. Wir waren aber mehrheitlich alleine und konnten alles für uns in Anspruch nehmen und fühlten uns so fast wie ‚zuhause’. Die Besitzerfamilie ist sehr freundlich und gibt sich viel Mühe mit uns spanisch zu sprechen und ist sehr geduldig wenn wir etwas nicht sofort verstehen. Weil wir die Unterkunft super finden, beschlossen wir ein bisschen Ferien vom Reisen zu machen und hier etwas zu entspannen bevor es dann nach Bolivien geht. Wir erledigten auch viele Arbeiten, die sonst immer etwas zu kurz kommen wie Buchhaltung, Emails beantworten, Fotos anschreiben, Sicherungskopien erstellen, usw.

An einem sonnigen und heissen Tag gingen wir auf eine Tagestour und besichtigten einen Teil der Provinz Jujuy mit vielen verschieden farbigen Bergen, riesigen Kakteen, Inkaruinen und traditionellen Dörfern.

Das war unser letzter Bericht aus Argentinien. Unsere Route führt uns nun ca. 300 Kilometer bis zur bolivianischen Grenze, wo wir dann nach Bolivien einreisen werden.

Patagonien, Argentinien vom 21. Oktober bis 07. November 2010

 

In Bariloche quartierten wir uns im Hostal Patanuk ein, welches direkt am Lago Nahuel Huapi liegt, mit wunderbarer Sicht auf den See und die umliegenden Bergen. San Carlos de Bariloche ist eine Stadt mit 126'000 Einwohnern und ist berühmt durch das Skigebiet am Cerro Catedral und die äusserst spektakuläre Landschaft. Die Stadt ist sehr touristisch und versucht mit vielen Schokoladengeschäften, Käsefondue und echten Bernhardinern wie ein Bergdorf in der Schweiz zu wirken. Was aber nach unserem Erachten nicht wirklich gelingt. Trotzdem fühlten wir uns wohl in Bariloche auch weil die Unterkunft prima war und wir dort viele Leute kennen lernten. Unter anderem lernten wir Christoph aus Luzern kennen mit dem wir viel Zeit verbrachten. Zusammen machten wir einen Tagesausflug ins zwei Stunden entfernte Hippiedorf El Bolson wo es einen Markt hatte. Das absolute Highlight in Bariloche war aber der Ausflug auf den Cerro Campanario. Die Aussicht von dort war wunderschön und sehr spektakulär. So weit das Auge reicht Seen, Wälder und schneebedeckte Berge. Selbst für Schweizer, die ja ab und zu einen Berg sehen, war das atemberaubend!

Da Lea immer noch Probleme mit ihrem Knöchel hatte, entschied sie sich in Bariloche noch zum Arzt zu gehen. Also schaute sie im Spital vorbei und musste dort erst mal bezahlen bevor irgendetwas passierte. Dann wurden die Personalien aufgenommen und es hiess warten… und warten und warten. Nach drei Stunden im Spital rumhängen wurde es Lea zu bunt bei super Wetter im Spitalgang zu sitzen, verlangte das Geld zurück und verliess das Spital ohne neue Erkenntnisse. Der Besitzer vom Hostal Patanuk empfahl dann einen Chiropraktiker, den sie über alles lobten. Also konsultierte Lea den Chiropraktiker, der tatsächlich etwas ausrichten konnte. Als Hausaufgaben musste Lea Übungen im eiskalten Seewasser machen und wieder anfangen den Fuss zu belasten.

Unser nächstes Ziel war dann El Calafate, welches etwa 1400 Kilometer von Bariloche entfernt ist. Was für uns bedeutete, 28 Stunden Bus fahren! Zu unserem Leidwesen war an genau diesem Tag in Argentinien Volkszählung. Was zur Folge hatte, dass alle Läden und Restaurants geschlossen waren, da alle Argentinier zu Hause bleiben mussten. Super und wir dachten, dass wir unterwegs oder am Busterminal Wasser kaufen können. Wir starteten um neun Uhr morgens und konnten um elf Uhr am Abend Wasser kaufen. Schlussendlich überstanden wir die sehr lange Busfahrt und kamen heil in El Calafate an. Diese Kleinstadt liegt im Südwesten von Argentinien in der Provinz Santa Cruz am Ufer des Lago Argentino. Hauptattraktion ist aber nicht die Stadt, sondern der etwa 80 Kilometer entfernte Gletscher Perito Moreno. Wir quartierten uns in einem kleinen Häuschen ein mit Schrägdach bis zum Boden. Alles war sehr klein aber sehr zwecksmässig eingerichtet und wir fühlten uns sofort wohl. Am Tag nach unserer Ankunft machten wir eine Tour zum Gletscher. Als wir vor dem Gletscher standen wussten wir dass jede Stunde die wir im Bus gelitten hatten sich gelohnt hat. Der Anblick war wieder mal atemberaubend. Der Perito Moreno Gletscher ist riesengross und mündet in den Lago Argentino. Die Gletscherzunge ist ca. 5 Kilometer breit und 60 Meter hoch und regelmässig kann man beobachten wie riesige Eisbrocken abbrechen und in den See stürzen. Wir hatten das Glück und erlebten ein solches kalben des Gletschers hautnah. Mit lautem krachen und donnern stürzte ein riesiger Eisbrocken von der Grösse 15x60Metern in den See und löste kleine Flutwellen aus. Wir waren so begeistert von diesem Gletscher und verbrachten ganze fünf Stunden mit Gletscher beobachten. Kurz bevor wir uns auf den Rückweg nach El Calafate machten, konnten wir noch beobachten wie ein Condor die imposante Gletscherwelt überflog. Der Perito Moreno Gletscher war für uns ganz klar etwas vom Eindrücklichsten was wir auf unserer bisherigen Reise gesehen hatten.

Nach drei Tagen in El Calafate, standen uns wieder 22 Stunden Busfahrt bevor um nach Puerto Madryn zu gelangen. Puerto Madryn liegt an der Atlantikküste am Golfo Nuevo im südlichen Argentinien. Nördlich der Stadt liegt die Halbinsel Valdés mit einem weltbekannten Naturreservat (UNESCO-Weltnaturerbe), in welchem die Tierwelt bis heute noch weitgehend intakt ist. Die Stadt selber ist sehr touristisch und nichts spezielles. Auch sind die Preise überteuert und der Service in den Unterkünften ist auch nicht wie im Rest des Landes. Noch am gleichen Abend unserer Ankunft, trafen wir Ursula eine Cousine von Tinu. Sie bereist Argentinien und wie es das Schicksal wollte, waren wir zur selben Zeit am gleichen Ort. Zusammen gingen wir in ein Parilla-Restaurant ein grosses Stück Rindfleisch essen und tauschten Reiseerlebnisse aus.

Zwei Tage später machten wir eine Tour auf der Halbinsel Valdés. Mit einem Minibus fuhren wir 400 Kilometer rund um die Halbinsel und besichtigten eine Pinguinkolonie und zwei Seeelefantenkolonien. Zum Abschluss machten wir mit einem Boot eine Walbeobachtungstour. Alles war zwar eine ziemliche Touristenabfertigung aber es war trotzdem eindrücklich die Wale aus nächster Nähe zu beobachten. Unser Aufenthalt in Puerto Madryn hatte einen etwas sauren Beigeschmack, da doch alles sehr touristisch ist und für argentinische Verhältnisse enorm teuer.

Fazit unseres Abstechers nach Patagonien: Trotz den riesigen Distanzen und vielen Stunden im Bus sitzen, trotz Regen, eisiger Kälte und starkem Wind, ist dieser Teil Argentiniens wunderschön und ein Highlight folgt dem anderen.    

Mendoza, Argentinien vom 01. Oktober bis 06. Oktober 2010

 

In Mendoza quartierten wir uns in einem Hostel ein dass von Lonely Planet empfohlen wurde. Wie schon so oft, war dann das Hotel nicht so wie beschrieben. Entweder Lonely Planet macht keine seriösen Recherchen oder die Hotelbesitzer lassen alles schleifen sobald sie im Reiseführer stehen… Wir suchten auf eigene Faust ein Hotel und wurden im Hostel Alamo fündig. In diesem kleinen Hostal fühlten wir uns von Anfang an wohl und es gefiel uns richtig gut. Mendoza ist eine Stadt mit ca. 1 Million Einwohner und liegt im zentralen Westen Argentiniens am Fuss der Anden. Natürlich wollten wir ein bisschen was von den Anden sehen und entschieden uns für eine Tagestour in die Anden. Die Tour führte uns bis auf 3100 Meter über Meer und so konnten wir seit langem wieder einmal ein paar Schritte auf Schnee machen. Die Landschaft war äusserst spektakulär, mit verschieden farbigen Felsformationen und gigantischen Bergen. Darunter auch der Aconcauga, mit 6962 Meter der höchste Berg Amerikas. Zu unserem Glück war an diesem Tag wunderschönes Wetter mit wolkenlosem Himmel. Einfach Toll!

An einem anderen Tag besichtigten wir zwei Weinkellereien, von denen es in Mendoza Dutzende gibt. Von der Region Mendoza kommen die bekanntesten und vielleicht auch besten argentinischen Weine. Die Besichtigung der Weingute war sehr interessant und natürlich gab es auch noch ein paar Tropfen Wein zum degustieren.

Da Mendoza nur einen Katzensprung von der chilenischen Grenze entfernt ist, änderten wir unsere Pläne und beschlossen noch schnell nach Chile rüber zu gehen. In Chile wollen wir dann nach Süden reisen und dann von irgendwo im Süden wieder nach Argentinien rüber.

Buenos Aires/San Luis, Argentinien vom 12. Sept. bis 30. September 2010

 

Nach einer weiteren Woche Spanischschule in Buenos Aires und noch mehr Buenos-Aires-Schlendern, mussten wir uns langsam Gedanken machen wo wir als nächstes hinfahren wollen. Wir entschieden uns für San Luis, das etwa 800 Kilometer von Buenos Aires entfernt ist. Unsere Wahl fiel auf San Luis weil dort Veronica, die ehemalige Nachbarin von Lea, auf einer Pferderanch am arbeiten ist und Lea gerne noch Reitstunden nehmen möchte. Zwei Tage bevor wir abreisten, machten wir uns auf den Weg zur Busstation um Tickets zu kaufen. Die Busstation in Buenos Aires liegt ein ganzes Stück ausserhalb des Zentrums, aber zum Glück kann man mit der Metro hindüsen. Der Busbahnhof von Buenos Aires ist ein gigantisches, dreistöckiges, 400 Meter langes Gebäude mit 75 Bussteigen. Im zweiten Stockwerk sind die Büros der verschiedenen Reiseunternehmen untergebracht bei denen man Tickets kaufen kann. Wir hatten natürlich keine Ahnung bei welchem Unternehmen wir ein Ticket kaufen sollten. So fragten wir bei ein paar Schaltern nach Preise und Abfahrtszeiten. Da alle Preise in etwa gleich waren, entschieden wir uns schlussendlich für eine Gesellschaft, die schon andere Reisende für gut befunden hatten. Als wir das geschafft hatten, gingen wir wieder zurück und besichtigten noch ein paar Ecken von Buenos Aires, die wir zuvor noch nicht gesehen hatten. Unglaublich, wir waren einen Monat in Buenos Aires aber es gibt immer noch Stadtteile, welche wir nicht kennen. Am Dienstagabend des 21. Septembers verabschiedeten wir uns von unserer argentinischen Hostelbesitzer-Familie und marschierten mit Sack und Pack zur Metrostation. Ein paar Meter vor der Metrostation verknackste sich Lea den Fuss bei so einem kleinen Loch im Boden von denen es in Buenos Aires nur so wimmelt. Was für eine Sch…, gerade jetzt wo Lea reiten lernen will und sich so darauf gefreut hat. Humpelnd und mit starken Schmerzen kämpfte sie sich in die Metro und wir fuhren zum Busbahnhof. Dort mussten wir noch ein paar Minuten warten bis wir in den Bus steigen konnten. Wir waren beide gespannt was uns da erwartet weil die Busfahrt immerhin elf Stunden dauert. Im Bus drinnen, waren wir sehr positiv überrascht! Es hatte sehr grosse und breite Sitze, die man fast waagrecht stellen konnte und die Beinfreiheit war auch ziemlich grosszügig. Man kam sich vor wie ein König. Kurz nach der Abfahrt, gab’s dann Essen und sogar noch ein Plastikbecher mit Wein. Das Essen war erstaunlich gut und bald darauf gingen wir ins Reich der Träume über. Am nächsten Morgen kamen wir pünktlich nach elf Stunden Fahrt in San Luis an. Den Knöchel von Lea war über Nacht schlimmer geworden und sie konnte kaum mehr gehen. Zum Glück wurden wir am Busbahnhof von Veronica und Bernd, dem Besitzer der Pferderanch abgeholt. Die Pferderanch liegt ca. 20 Autominuten von San Luis entfernt irgendwo in der Pampa. Wir bezogen eine schöne Cabaña mit eigener Küche und grossem Balkon mit Blick übers Tal. Lea bekam eine Büchse Pferdesalbe um ihren Knöchel damit einzuschmieren und wir hofften, dass wir nicht noch ins Spital gehen müssen. Nach einem Tag Beinhochlagern und einschmieren mit Pferdesalbe, liessen die Schmerzen nach und auch die Schwellung ging ein wenig zurück. Tinu wanderte nach El Volcán, ein kleines Dörfchen um ein paar Dinge zu kaufen damit wir kochen konnten. Hier spürten wir zum ersten Mal, dass wir mitten im Nirgendwo sind. Die kleinen Tante Emma Läden, bei denen man an der Theke bestellt was man haben möchte, hatten nur ein sehr beschränktes Sortiment. Beim ersten Laden hatten sie nicht einmal Zucker! Weil es in El Volcán etwa vier verschiedene Geschäfte hat, bekamen wir plus minus alles zusammen was wir wollten. (inklusive eine Flasche Rotwein für 3 Franken).

Am nächsten Tag machten wir zum Angewöhnen und um zu schauen wie sich Leas Fuss verhält einen halbstündigen Ausritt rund um das Camp. Alles ging gut, Tinu konnte sich auf dem Ross halten und Leas Knöchel machte auch fast keine Probleme. Vom folgenden Tag an, nahm Lea Reitstunden. Dem sagen wir doch Glück im Unglück, wer hätte gedacht dass Lea schon nach 2 Tagen reiten kann. Tinu relaxte und «arbeitete» in unserer Cabaña oder ging nach El Volcán einkaufen. Abends kam Veronica vorbei und wir plauderten oder wechselten Länderinformationen aus.

Da man nur am Wochenende im Pferderanch-Restaurant essen kann, meldeten wir uns für Samstagabend für ein „parilla“(Grill)-Abend an. Wir liessen es uns mit viel Fleisch und Wein, mit der Besitzerfamilie und mit Veronica, gut gehen. Die Argentinier sind die Weltmeister unter den Fleischessern! 70 kg Rindfleisch pro Jahr und Kopf vertilgen sie in Schnitt. Dementsprechend war das Fleisch auch sehr gut und wir assen bis wir fast platzten.

Die nächsten zwei Tage war das Wetter nicht mehr so gut und am Montag mussten wir den ganzen Tag in der Cabaña rumhängen, weil es die ganze Zeit regnete. Am nächsten Tag war dann zum Glück das Wetter wieder gut (Sonne und ein starker Wind) und wir konnten wieder an die frische Luft gehen. Am letzten Tag machte Lea zum Abschluss noch einen richtigen Ausritt mit Veronica im Camp. Das gefiel ihr so was von gut. Am Donnerstag verabschiedeten wir uns von Veronica und den Pferderanchbesitzern und fuhren mit dem Bus nach Mendoza. Springen kann die Lea immer noch nicht aber dafür schon fast reiten.

Bis zum nächsten Mal

Tinu und Lea

Buenos Aires, Argentinien vom 25. August bis 11. September 2010

 

Nach einem langen und anstrengenden Flug sind wir am 25. August am späten Nachmittag in Buenos Aires gelandet. Wir überflogen den Indischen Ozean, den Afrikanischen Kontinent und den Atlantik und 11 Zeitzonen bis wir nach 25 Stunden endlich südamerikanische Luft schnuppern konnten. Am Flughafen wurden wir bereits von Hugo (spanisch ausgesprochen Chugo) erwartet, der uns zu unserer Unterkunft brachte. Ein paar Tage vor unserer Ankunft hatten wir per Internet eine Unterkunft gebucht und auch gleich den Transfer vom Flughafen in die Stadt organisiert. Buenos Aires ist eine riesige Stadt und hat 2.7 Millionen Einwohnern. Der Ballungsraum Gran Buenos Aires dagegen ist mit knapp 12 Millionen einer der grössten Südamerikas.

Unsere Unterkunft ist im Stadtteil Almagro welcher ein ganzes Stück vom Zentrum entfernt ist. Wir bezogen ein Zimmer in einem Privathaus, in welchem auch die Hausherrin und ihre zwei Kinder leben. Unser Zimmer ist sehr gross, schön eingerichtet und hat eine Galerie. Die Küche können wir mitbenutzen und zur grossen Freude von Tinu, steht im Esszimmer eine «Saeco»-Kaffeemaschine die hervorragenden Kaffee liefert…

Da wir noch kein Spanisch können, suchten und fanden wir eine Schule, in der wir Spanisch lernen können. Wir buchten erstmal einen Kurs für zwei Wochen mit Option dann noch verlängern zu können. Dank Facebook trafen wir am 28. August Veronica eine ehemalige Nachbarin von Lea. Zusammen gingen wir den Stadtteil La Boca besichtigen. La Boca ist ein populärer Stadtteil, bekannt durch seine originellen und bunt bemalten Häuser und ist Heimat zahlreicher Künstler. Auch ist La Boca die Heimat des Fussballclubs Boca Juniors bei dem einst Maradona gespielt hat. Zu dritt gingen wir auch noch ins Viertel Palermo Viejo, in dem es sehr schöne und alte Häuser gibt. Wir besuchten den sonntäglichen Markt und genossen in einem der zahlreichen Strassenrestaurants leckeren Kaffee und die Sonne. Am Montag war dann fertig mit an der Sonne sitzen, weil unser Spanischkurs begann. Vier Stunden pro Tag die Schulbank drücken und einen geregelten Tagesablauf haben, ist nach zehn Monaten rumreisen, schon ein bisschen gewöhnungsbedürftig…und dann gibt’s ja auch noch Hausaufgaben! Trotz der vielen Arbeit, finden wir die Schule toll und es war bald klar, dass wir noch eine dritte Woche anhängen werden. Nach der ersten Woche Spanisch büffeln und 4,5 Tage Dauerregen, genossen wir am Wochenende die freien Tage an der Sonne im Stadtteil San Telmo. In diesem Stadtteil gibt es viele schöne Altbauten aus dem 19. Jahrhundert und viele Restaurants säumen die Gassen. Ausserdem ist jeweils sonntags auf der Plaza Dorrego ein grosser Antiquitätenmarkt, den wir natürlich besuchten. Auch sonst wurden allerhand Sachen verkauft vom Maradona Leibchen bis zu Wollesocken. Es wimmelte von Leuten, so dass wir das Gefühl hatten, ganz Buenos Aires ist in den Gassen von San Telmo unterwegs. Am folgenden Dienstag war dann das grosse Fussballspiel angesagt. Ein Freundschaftsspiel zwischen Spanien und Argentinien im Estadio River Plate. Natürlich war das Spiel ausverkauft, aber wir konnten durch die Schule noch Tickets ergattern. Das Spiel war zu unserer Freude sehr torreich und Argentinien gewann mit 4 zu 1. Fasziniert hat uns auch, dass an einem Dienstag um 17:00 Uhr bei einem Spiel bei dem es um nichts geht, eine so tolle Stimmung herrschte und 60'000 Personen den Weg ins Stadion fanden... In der Schweiz unvorstellbar! Es gab Konfetti, es wurde gesungen und geflucht und gejubelt. Ein tolles Erlebnis!