Pucon/Valdivia, Chile vom 15. Oktober bis 21. Oktober 2010

 

Als wir in Pucon ankamen, war das Wetter nicht sonderlich schön und es regnete leicht. Wir hatten noch keine Unterkunft gebucht und so liessen wir uns von einer jungen Frau abschleppen. Die Unterkunft war für südamerikanische Verhältnisse ein richtiges Schnäppchen. Auch war die Unterkunft sehr schön mit Holzwänden und einem Holzofen im Wohnraum. Letzteren brauchte es auch, weil es ziemlich kalt war in Pucon und die Sonne sich nur selten zeigte. Pucon ist ein kleiner Ort, idyllisch am Lago Villarrica gelegen mit Sicht auf den aktiven, 2840 Meter hohen, Vulkan Villarrica. In der Hochsaison wimmelt es in Pucon von Touristen und die Preise steigen um ein vielfaches. Da wir aber in der Nebensaison dort waren, sahen wir nicht viele Touristen und es war sehr ruhig. Wir mussten zwei Tage warten bis die Sonne sich zeigte und wir den wunderschönen Vulkan besichtigen konnten. Der Vulkan ist das ganze Jahr schneebedeckt und hat eine perfekte Kegelform. Der Vulkan hat praktisch immer eine kleine Rauchwolke und in der Nacht kann man beobachten wie er Lava in den Himmel spuckt. Einfach atemberaubend!

Leider regnete es sehr viel und so konnten wir nicht viel unternehmen. Wir genossen aber die Zeit in unserer Unterkunft, in der wir das ganze Wohnzimmer für uns hatten, da wir die einzigen Touristen waren. In unserem Zimmer hätten wir uns eh nicht aufhalten können, da sich dieses von dem Ofen im Wohnzimmer nicht aufheizte und dort etwa 15 Grad waren. Nach ein paar Tagen in Pucon, packten wir unsere sieben Sachen und reisten mit dem Bus nach Valdivia. Diese Stadt liegt ca. 15 Kilometer vom Pazifik und hat 150'000 Einwohner. Die Stadt selber hat nicht sonderlich viel zu bieten, und noch weniger wenn das Wetter nicht gut ist. Und wir hatten sehr viel Regen! Trotzdem besuchten wir den Fisch- und Gemüsemarkt unten am Fluss. Dort konnte man hautnah Seelöwen beobachten, die auf ein paar Fischreste hofften. Auch Pelikane und andere Vögel schwirrten umher in der Hoffnung was abzubekommen. Da wir in unserem Zimmer den Luxus genossen, einen Fernseher zu haben und es draussen regnete, schauten wir uns am Abend zwei Filme an, die sogar in Englisch waren. Nach zwei Tagen im Regen, machten wir uns auf die Reise wieder in Richtung Argentinien. Mit dem Bus fuhren wir in 8 Stunden quer über die Anden ins nahegelegene und touristische Bariloche. Die Fahrt war wiederum sehr spektakulär. Hohe Berge, grüne Wiesen, dicke Wälder und zahlreiche wunderschöne Seen bekamen wir zu Gesicht. Die Zollabfertigung irgendwo in der Wildnis verlief wieder ohne grössere Schwierigkeiten und recht zügig. Bei den chilenischen Zollbeamten ein Stempel abholen, ein paar Kilometer weiter fahren und dann bei den argentinischen Beamten ein Stempel holen, das war’s. Das Gepäck wurde nur stichprobeweise kontrolliert und schon waren wir in Argentinien. Von der Grenze bis nach Bariloche war es nur noch ein kurzes Stück und man konnte schon von weitem über den Lago Nahuel Huapi das berühmte Bariloche erblicken.     

Santiago/Valparaiso, Chile vom 06. Oktober bis 14. Oktober 2010

 

Wir fuhren von Mendoza mit dem Bus über die Anden nach Santiago de Chile. Die Fahrt dauerte inklusive Papierkram am Zoll acht Stunden. Die Route führte wieder an spektakulären Bergen vorbei bis zur Zollstation auf 3100 Meter Höhe. Dort mussten wir den Bus verlassen um bei den Zollbeamten die erforderlichen Stempel abzuholen. Alles ging reibungslos über die Bühne. Danach mussten wir uns alle in zwei Reihen stellen und der Zollbeamte lief durch die Reihen um jeden einzelnen nach illegaler Ware zu fragen und den unterschriebenen Einfuhrbestimmungszettel einzusammeln. Das kam einem vor wie im Film. Zuletzt wurde noch das Gepäck geröntgt, bevor wir dann wieder in den Bus steigen konnten. Die Fahrt runter vom Pass nach Santiago, führte bei bekannten chilenischen Skigebieten vorbei mit wiederum fantastischen Ausblicken auf die gigantische Bergwelt. In Santiago angekommen, quartierten wir uns im kunterbunten Hostel Rio Amazonas ein, welches westlich, etwas ausserhalb vom Zentrum liegt. Santiago ist eine riesige Stadt mit ca. 6 Millionen Einwohnern. Die Stadt hat nicht den Charme von Buenos Aires und Sehenswertes kann man an einer Hand abzählen. Wir blieben insgesamt vier Tage in Santiago, nach unserem Erachten völlig genug, ehe wir mit dem Bus nach Valparaiso an die chilenische Küste fuhren. Valparaiso ist eine Stadt an der Pazifikküste mit fast einer Million Einwohnern. Die Stadt gilt als kulturelle chilenische Hauptstadt und der historische Stadtteil wurde im Juli 2003 mit seiner Architektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Genau in diesem Stadtteil bezogen wir eine schicke Unterkunft in einem alten Haus mit knarrenden Holzböden. Uns gefiel die Stadt sehr gut auch wenn sie meistens unter einer Nebeldecke liegt. Die Stadt ist riesengross aber in den Hängen fühlt man sich wie in einem kleinen Dorf in der Altstadt. Es hat viele Cafes und Restaurants in denen es leckere Sachen gibt und viele kleine Künstlerläden. Da die Stadt an einem Hang liegt, muss man immer etliche Höhenmeter überwinden. Man kann das entweder mit Muskelkraft oder sehr preiswert mit einer der alten Seilbahnen machen.

Nach vier Tagen in Valparaiso, nahmen wir den Nachtbus der uns in 12 Stunden nach Pucon brachte.