Amed/Padangbai, Indonesien vom 25. Juli bis 05. August 2010

 

Am frühen Morgen des 25. Julis fuhren wir mit einer uralten Schlotterkiste von Lovina nach Amed an die Ostküste Balis. Amed ist ein langgestreckter Strandabschnitt, den hauptsächlich Taucher und in der Hochsaison Horden von Franzosen bevölkern. Der Fahrer war für einen Asiaten riesig und er musste sich richtig ins Auto quetschen damit er einigermassen sitzen konnte. Irgendwie erinnerte er an Beisser aus den alten James Bond Filmen. Jedenfalls brachte Beisser uns und seine Karre heil nach Amed. Dort spürten wir zum ersten Mal dass im August in Bali Hochsaison ist. Viele Hotels waren voll und die Preise waren für asiatische Verhältnisse enorm hoch. Trotzdem fanden wir eine Bleibe für die erste Nacht. Nach einem kleinen Mittagessen gingen wir auf Zimmersuche für den nächsten Tag. Da wir für den nächsten Tag Sabrina und Matthias erwarteten, suchten wir eine Unterkunft mit zwei freien Zimmern. Wir fanden etwas Geeignetes direkt am Meer und buchten die Zimmer für die nächsten sieben Nächte. Als wir am nächsten Tag bei der neuen Unterkunft einchecken wollten, teilte uns ein Angestellter mit, dass wir nur fünf Tage bleiben könnten. Nach einer kleinen Diskussion stellte sich heraus, dass der Typ an der Rezeption einfach noch jemanden anderes eingebucht hatte. Am späteren Nachmittag trafen dann Sabrina und Matthias ein. Die Freude war gross und natürlich hatten wir einander viel zu erzählen. Wir verbrachten die nächsten fünf Tage mit rumhängen, quatschen und jassen. Da Amed das beste Tauchgebiet in ganz Bali ist, gingen wir auch an zwei Tagen tauchen. Etwa 20 Meter von der Küste entfernt liegt ein Schiffwrack der US Army auf Grund, das im zweiten Weltkrieg gesunken war. Das Wrack war nicht so gut erhalten wie die Wracke, welche wir auf den Philippinen gesehen hatten, dafür gab es enorm viele und zutrauliche Fische. Insgesamt waren die Tauchgänge sehr interessant und schön. Nach fünf Tagen in Amed mussten wir die Unterkunft verlassen, nachdem wir am Tag zuvor lange nach einer anderen Unterkunft gesucht hatten aber nichts gefunden hatten. Wir charterten ein Taxi das uns nach Padangbai brachte. Da wir noch keinen Plan hatten wo wir wohnen wollten, schauten wir uns zwei Zimmer einer Unterkunft an die der Taxifahrer vorgeschlagen hatte. Es gefiel uns nicht besonders und wir wollten noch andere Unterkünfte anschauen. Dann ging das Theater mit dem Taxifahrer los: Plötzlich wollte er uns nicht mehr umherfahren und sagte zu uns dass sowieso alle Unterkünfte ausgebucht seien. Wir bestanden aber darauf dass er uns weiter umherfahren soll und fanden prompt ziemlich schnell mehrere Unterkünfte die noch frei waren. Natürlich passte es dem Taxifahrer nicht weil er keine Kommission abkassieren konnte und liess uns das auch spüren. Auf Bali probieren die Leute, wie in keinem anderen Südostasiatischen Ort, den wir vorher bereist hatten, die Touristen zu bescheissen. Was zweifelsohne auch in vielen Fällen funktioniert… Dummerweise für den Taxifahrer kennen wir nach neunmonatiger Reise einige Tricks und merken mittlerweile wenn uns irgendein Schauermärchen erzählt wird.

In Padangbai verbrachten wir drei Tage zu viert ehe dann Sabrina und Matthias das Land verlassen mussten. Wie aber der Zufall so will, haben sie sich unabhängig von uns, auch entschieden nach Malaysia auf die gleiche Insel wie wir zu gehen. So werden wir uns in ein paar Tagen nochmals sehen bevor sich unsere Wege dann endgültig trennen.

Am 1. August feierten wir zusammen in Padangbai unseren Nationalfeiertag. Wir gingen Essen und tranken ein bisschen Bier. Um 23:00 Uhr teilte uns die Belegschaft vom Restaurant mit, dass sie nun nach Hause gehen aber wir ruhig noch bleiben können. Wir sollen einfach das Licht auslöschen wenn wir gehen. So sassen wir bis etwa 03:00 Uhr alleine im Restaurant und tranken Bier und Rum. Leider vergassen wir dann das Licht auszumachen…

Morgen fahren wir nach 3 weiteren Tagen in Padang Bai auch nach Kuta. Dort müssen wir noch diverse Einkäufe tätigen für die bevorstehenden Wochen auf der Insel und später für Südamerika.

Da es auf der Insel in Malaysia nur ein paar Stunden pro Tag Strom geben wird, war dies voraussichtlich unser letzter Bericht aus Asien. Nach zwei Monaten in Australien und mehr als sieben Monaten in Südostasien, beginnt für uns am 25. August das nächste Abenteuer Südamerika.

 

Ubud/Candidasa/Lovina, Indonesien vom 11. Juli bis 24. Juli 2010

 

Am Samstag, bevor wir nach Indonesien flogen, mussten wir uns noch ein letztes Mal so richtig ärgern. Als wir am Flughafen in Melbourne einchecken wollten, wurden wir gefragt ob wir ein Ausreiseticket haben. Natürlich hatten wir keines weil wir noch nicht wussten wie und wann wir Indonesien wieder verlassen wollten. Wir erklärten dem Herrn am Schalter alles und fügten auch noch an, dass wir Indonesien eventuell auf dem Landweg oder per Schiff verlassen wollen. Leider nützte alles nichts den der Herr blieb stur und sagte zu uns dass wir nur noch 30 Minuten Zeit hätten um ein Ticket zu besorgen bevor der Schalter geschlossen wird. Weil es am Flughafen keine Möglichkeit hatte, ein Flug per Internet zu buchen, mussten wir beim Schalter von Jetstar ein Ticket buchen. Natürlich war dies nicht die billigste Variante, aber was blieb uns anderes übrig? Nachdem wir ein Flug gebucht hatten von Bali nach Singapur den wir nie gebrauchen werden, konnten wir endlich einchecken. Nach der Zollabfertigung wurde Tinu zu allem Überfluss von der Polizei angehalten, weil sie einen Terroristen in ihm vermuteten, und zur Sprengstoffkontrolle gebeten. Auch das überstanden wir und konnten anschliessend ins Flugzeug steigen. Der Flug verlief dann problemlos und um Mitternacht landeten wir in Bali. Zwei Stunden später lagen wir im Bett unseres Hotels und freuten uns endlich wieder im geliebten Asien zu sein. Nach einem Tag in Kuta, zog es uns weiter nach Ubud ins Landesinnere. Dort fanden wir einen super schönen Bungalow im Zentrum von Ubud. Wir fühlten uns wie Könige in diesem kleinen Paradies. Die nächsten sechs Tage verbrachten wir in Ubud und Umgebung und genossen so richtig das Leben. Lea absolvierte einen Silberschmiedekurs und fertigte unter Anleitung einen sehr schönen Ring. Sonst hängten wir viel in Cafes rum und liessen uns kulinarisch verwöhnen.

Da wir nur 30 Tage in Indonesien bleiben können, mussten wir uns auch noch Gedanken machen über den weiteren Verlauf unserer Reise. Wir verbrachten einen ganzen Nachmittag mit recherchieren im Internet und fanden dann folgende Lösung: Wir bleiben einen Monat in Bali und machen Ferien vom Reisen. (Auch Weltreisende brauchen mal Ferien) Dann fliegen wir nach Malaysia und machen dort zwei Wochen Tauchferien. Anschliessend fliegen wir von Kuala Lumpur nach Buenos Aires in Argentinien und werden dort das Reisen wieder aufnehmen.

Nach sechs Tagen in Ubud fuhren wir an die Küste nach Candidasa. Zu unserer Überraschung waren dort fast keine Touristen anzutreffen und in den Hotels herrschte gähnende Leere. Eigentlich ist im Moment Hochsaison in Bali aber uns soll’s Recht sein…

Dort gingen wir nach fast zweimonatiger Pause wieder mal unter Wasser. Der erste Tauchgang war ganz gut und wir sahen auch noch zwei Haie. Der zweite Tauchgang war aber dann ein richtiges „geknortz“ weil es unglaublich starke Strömung hatte, die einem wellenartig vorwaerts und dann wieder rueckwaerts trieb. War aber trotzdem gut wieder mal zu Tauchen! Am nächsten Morgen fuhren wir dann in den Norden Balis nach Lovina. Wir fanden eine schöne Unterkunft für nicht all zu viel Geld und fühlten uns von Anfang an sehr wohl dort. In Lovina gingen wir wieder Tauchen und  erlebten einer der besten Tauchgänge unserer Taucherkarriere. Es hatte keine Strömung, fast keine anderen Taucher und sehr viele farbige Fische.

Morgen werden wir an die Ostküste nach Amed fahren und wenn alles wie geplant läuft, werden wir dort wieder Sabrina und Matthias treffen. =)