Cusco/Nazca/Lima, Peru vom 10. Januar bis 28. Januar 2011

 

Am 10. Januar kamen wir gegen Abend in Cusco an und fuhren mit einem Taxi in ein zuvor reserviertes Hotel. Die Grenzüberquerung von Bolivien nach Peru war einfach und verlief sehr schnell. Es war wohl die schnellste und einfachste Grenzüberquerung auf unserer ganzen Reise. Cusco ist eine touristische aber auch eine schöne Stadt, welche auf einer Höhe von 3416 Metern liegt und mit 320’000 Einwohnern ziemlich gross ist. In der Umgebung von Cusco hat es viele sehenswerte Inkaruinen, darunter auch Machu Picchu.

Wir erkundeten die nähere Umgebung auf einer Tagestour und sahen drei verschiedene, eindrückliche Ruinen der Inkas. Da wir den Machu Picchu nicht am Wochenende besuchen wollten, beschlossen wir das Wochenende abzuwarten und in Cusco zu bleiben. Das war kein grösseres Problem da es sich in Cusco gut leben lässt. Wir organisierten die Reise zum Machu Picchu und kauften Zugtickets nach Aguas Calientes oder auch Machu Picchu Dorf genannt. Da im Moment Regenzeit ist konnten wir nicht die ganze Strecke mit dem Zug fahren. Zuerst mussten wir mit einem kleinen Bus etwa eineinhalb Stunden fahren bis wir dann in den Zug steigen konnten. Nach weiteren zwei Stunden erreichten wir Aguas Calientes, das übrigens nur mit der Bahn oder zu Fuss erreichbar ist. Am Bahnhof liessen wir uns von einer jungen Frau zu ihrem Hotel abschleppen. Und zu unserer Überraschung war das Hotel ganz in Ordnung. Also quartierten wir uns für zwei Tage dort ein und besichtigten ein bisschen Aguas Calientes. Im Lonely Planet steht, dass Aguas Calientes eine der hässlichsten und teuersten Siedlungen in ganz Peru sei. Teuer ist es wirklich dort aber ganz so hässlich ist es dann auch nicht.

Am nächsten Morgen brachen wir um 4:00 Uhr in der früh auf um den Machu Picchu zu Fuss zu erklimmen. Wir waren nicht die einzigen die um diese Uhrzeit schon auf den Beinen waren. Auch bei den Bussen die nach Machu Picchu fahren, standen schon Leute Schlange, obwohl der erste Bus erst um 5:30 Uhr losfährt. Grund für das frühe Rumtreiben der Leute ist, dass nur die ersten 400 Besucher des Machu Picchu’s ein Stempel aufs Ticket bekommen, der einem berechtigt auf den Huayna Picchu zu wandern, von dem man ein spektakulären Ausblick auf die Ruinen von Machu Picchu hat. Zuerst mussten wir einige Meter die Strasse von Aguas Calientes runter laufen bis wir den Fluss überqueren konnten und dann der eigentliche Aufstieg begann. Der Aufstieg ist sehr steil und etwa 2 Kilometer lang. Je nach körperlicher Fitness, benötigt man ca. 45 bis 75 Minuten für den schweisstreibenden Aufstieg. Wir erklimmten den Berg gemütlich in einer Stunde und konnten immer wieder phantastische Ausblicke auf die Bergwelt geniessen. Tinus Vater und Bruder waren einiges schneller, sie erklimmten den Berg in nur gerade mal knapp 40 Minuten. Jedenfalls reichte es für uns alle um unter den ersten 400 Besuchern zu sein. Dann um kurz nach 6:00 Uhr war es dann soweit: Der erste Blick auf die weltberühmte Inkastadt Machu Picchu… einfach atemberaubend! Unglaublich wie die Inkas diese Stadt auf einem Bergrücken auf 2360 Metern Höhe mit zum Teil schwindelerregenden Abgründen bauten! Um 11:00 Uhr durften wir dann den Huayna Picchu erklimmen. Jedoch wanderten nur Tinu, sein Vater und sein Bruder, den zum Teil sehr gefährlichen Weg, hoch. Die schweisstreibende und sehr anstrengende Kletterei wurde dann mit einem phantastischen Ausblick auf die Inkastadt belohnt. Glücklicherweise, den zur Zeit ist Regenzeit, erwischten wir einen Tag mit traumhaftem Wetter und konnten so den Machu Picchu in vollen Zügen geniessen.

Die Rückreise mit dem Minibus von Ollantaytambo war ein wahres (gefährliches) Abenteuer. Der Chauffeur hatte wohl eine Woche nicht mehr geschlafen und die ganze Fahrt über fielen ihm die Augen zu. In Cusco angekommen atmeten wir auf, jedoch fing dann eine neues Abenteuer an. Er wollte uns einfach irgendwo in Cusco absetzten anstatt zum Hostel fahren, so wie es abgemacht gewesen wäre. Schlussendlich mussten wir mit 2 Polizisten und dem Chauffeur diskutieren bis er uns dann zum Hostel fuhr.

Nach der Rückreise nach Cusco, blieben wir noch zwei Tage in Cusco ehe wir dann mit dem Nachtbus ins ca. 700 Kilometer entfernte Nazca fuhren. Nach Nazca reist man nur um die mysteriösen Nazcalinien zu bewundern. Sonst gibt es nicht wirklich viel zu tun und die Stadt ist auch nicht die allerschönste. Nazca liegt etwa 67 Kilometer vom pazifischen Ozean entfernt, mitten in der Wüste. Am ersten Tag besichtigten wir alte Gräber in der Wüste, in denen zahlreiche, gut erhaltene Mumien aus der Vorzeit der Inkas zu bestaunen waren. Am nächsten Tag überflogen wir dann mit einem winzigen Flugzeug die Nazcalinien. Die Nazca Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen sowie Figuren mit einer Größe von zehn bis mehreren hundert Metern, z.B. Abbilder von Menschen, Affen, Vögeln und Walen. Der Flug dauerte knapp eine halbe Stunde und war nichts für empfindliche Mägen.

Tags darauf fuhren wir mit dem Bus in 8 Stunden in die Hauptstadt Perus, nach Lima.

Die Eltern von Tinu und sein Bruder wollten noch nach Ica um dort die Sanddünen und die Oase zu besichtigen und so trennten sich unsere Wege.

In Lima wollen wir noch Besorgungen machen, die Stadt besichtigen und vielleicht noch das einte oder andere Souvenir kaufen. Dann am Samstag den 28. Januar geht mit dem Flug von Lima nach Zürich via Madrid unsere Weltreise zu Ende.